
PD Dr. Svenja Hagenhoff ist Forschungsgruppenleiterin an der Professur für Anwendungssysteme und E-Business der Universität Göttingen. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre mit Studienschwerpunkt Wirtschaftsinformatik und hat sich in Wirtschaftsinformatik und BWL habilitiert. PD Dr. Svenja Hagenhoff war Gastwissenschaftlerin an der Anderson School of Management an der University of California in Los Angeles sowie Lehrstuhlvertreterin an der Universität Hildesheim. Ihre Forschungsinteressen liegen aktuell im Bereich des mobilen Internets sowie des Einsatzes von Informations- und Kommunikationssystemen in der Medienwirtschaft.
Auch wenn ein großer Teil der Bevölkerung der industrialisierten Welt tagtäglich mit Computern arbeitet und die Bedienung der Computer bspw. durch grafische Oberflächen in den letzten Jahren erheblich vereinfacht wurde, empfinden viele Benutzer den Computer nicht als Arbeitsentlastung sondern vielmehr als zusätzliche Alltagsbelastung. Einer der wichtigsten Gründe für dieses Empfinden ist die unnatürliche Art und Weise der Kommunikation zwischen Mensch und Computer.
Während bei der natürlichen zwischenmenschlichen Kommunikation Informationen über die Kommunikationssituation, wie bspw. den Aufenthaltsort der interagierenden Personen, ihre persönlichen Vorlieben oder ihre Beziehung zueinander, in weitgehend impliziter Form in die Interaktion mit einfließen, ist dieses bei der Kommunikation zwischen Mensch und Computer nicht der Fall, die Kommunikation ist immer noch aufwendig und wenig intuitiv. Hier setzt das Konzept der kontextadaptiven Datenverarbeitung an: Ziel der Kontextadaptivität ist es, Informationen über die Situation des Nutzers (Kontext) implizit zu erfassen und auszuwerten, um somit eine effizientere Kommunikation zwischen Mensch und Computer zu ermöglichen sowie Daten oder auch ganze Web-Dienste zielgerichteter bereitzustellen.
Um eine reale Situation maschinell erfahrbar zu machen, muss die Situation einer Systemabfrage in Form eines abstrakten, maschinell verständlichen Ereignisses, einem so genannten „Kontext“, erfasst werden. Als Kontext wird dabei jegliche Information bezeichnet, die benutzt werden kann, um die für die Interaktion zwischen Benutzer und Anwendung relevante Situation einer Person, eines Orts oder eines Objekt zu charakterisieren. Zu unterscheiden ist der technische Kontext beteiligter oder verfügbarer Datenverarbeitungsressourcen (1), der soziale Kontext der Personen, die an der Systeminteraktion beteiligt sind (2) und den physikalische Kontext des Aufenthaltsorts, an dem die Systeminteraktion stattfindet (3).
Der Beitrag erläutert die Grundlagen der Kontextadaption und geht auf die Anwendungsmöglichkeiten für Medienunternehmen ein.
Grundlagen der Kontextadaption [PDF, 812KB]