Aus den Präsentationen und intensiven Gesprächen ging hervor: Die große Dynamik der Entwicklung der Verlagsprozesse ist nicht länger ein Phänomen der Zukunft, und alle Beteiligten müssen Wege finden, um auf sie zu reagieren. Zeiträume, in denen etwas produziert wird, verkürzen sich drastisch.
‚Medienneutrale Datenhaltung’ und ‚Digitalisierung’ bringen eine Neugestaltung der Beziehung zwischen Content und Kunden mit sich. Der Endnutzer kann vor allem schneller und gezielter auf Inhalte zugreifen.
Dieser von Arnoud de Kemp auf dem Forum als ‚Instant Publishing’ beschriebene Umbruch bringt derzeit Angebote wie Google Book Search oder die deutsche VolltextsucheOnline hervor. Dadurch wird die Herausbildung des von Chris Anderson 2004 in dieDiskussion um Internet und Business eingeführten ‚Long Tail’ untertützt, der ein großesPotential darstellt: Wenn die Vertriebsstruktur effektiv genug ist, dann können auchNischenprodukte große Marktanteile erzielen.
Der Kern der Entwicklung ‚from content to customer’ – das hatte das Forum Herstellungzum Ergebnis – besteht in der Strukturierung von Inhalten. Schon heute stehen die Verlage vor der Herausforderung, dass die Wege zum Kunden nicht so sehr durch Begriffewie ‚time to market' zutreffend beschrieben werden können als durch die dem ‚Web2.0' zugeschriebene Eigenschaft, user-generated Content zu ermöglichen.
Ein Schlüsselwort ist auch die Neuschöpfung Prosuming, zusammengesetzt aus to produce und toconsume: Der Kunde arbeitet selbst an dem mit, für das er bezahlt. In den Diskussionen zeigte sich, dass es zur konkreten und gültigen Beschreibung derHerausforderungen für die Verlagsprozesse nötig ist, zwei Entwicklungen voneinanderzu trennen: das Sichdurchsetzen neuer Web-Technologien und der Umgang mit denInhalten. Auf beides muss die Branche entschlossen reagieren.
Agenda Forum Herstellung 2007 [PDF, 100KB]
Schlusswort Helmut von Berg [PDF, 50KB]
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